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Video, Social Media, Live-Ticker und mehr: Was macht ein Motion Designerin beim kicker, Lisa?

Wer an Motion Design denkt, denkt häufig zuerst an aufwendige Animationen, dynamische Intros oder 3D-Grafiken. Beim kicker sieht der Arbeitsalltag allerdings deutlich vielseitiger aus. Design endet hier nicht bei bewegten Bildern, es geht um Social-Media-Visuals, App-Features, Live-Ticker, Markenauftritte, Videoformate und die Frage, wie Inhalte aussehen müssen, damit Nutzer nicht nach wenigen Sekunden weiterscrollen.

„Professionell heißt nicht, dass alles perfekt sein muss.

Man sollte sehen, dass dahinter echtes Handwerk steckt.“

Lisa Schwarm – Motion Designerin kicker

Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Lisa Schwarm. Sie ist bei uns Motion Designerin und bewegt sich täglich zwischen Video, Gestaltung, Social Media und Produktentwicklung. Dabei begleitet sie Projekte mit ihrer grafischen Expertise oft von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung. Warum KI wichtig ist aber den Menschen nicht ersetzbar macht und was Katzen mit Kunden gemeinsam haben, verrät sie hier:

Wie Lisa über ein Praktikum zum kicker kam

Dass sie einmal im Design- und Video-Bereich der größten deutschen Sportmedienmarke arbeiten würde, war zunächst gar nicht so klar. Während ihres Studiums zog Lisa ihr Praxissemester bewusst nach hinten, um bereits mehr Erfahrung und einen klareren Schwerpunkt mitzubringen. Über ein Praktikum bei nordbayern.de, dem Digitalangebot unseres Mutterunternehmens VNP, landete sie schließlich in der Unternehmensgruppe – zunächst als Videojournalistin: „Man wusste morgens oft gar nicht genau, was der Tag bringt“, erzählt sie. „Vielleicht ein geplantes Thema, vielleicht plötzlich eine Polizeimeldung oder spontane Umfragen draußen. Gerade diese Abwechslung fand ich damals sehr spannend.“ Nach einem weiteren Praktikum beim Olympia-Verlag und dem kicker entwickelte sich aus einer anschließenden freien Mitarbeit Schritt für Schritt ihre heutige Rolle. Prägend wurde dabei vor allem ein Projekt kurz vor der Corona-Zeit: die „Kabinengespräche“.

Das Format sollte Mitarbeitende während der beginnenden Lockdown-Phase digital informieren und gleichzeitig zeigen, wie interne Videoformate beim kicker aussehen könnten. Im Zusammenspiel mit einem Illustrator, der Redaktion und einer Sprecherin entstand ein Trailer, der die Idee des Formats erstmals visuell greifbar machte. Für Lisa wurde das Projekt zum wichtigen Wendepunkt. Nicht nur, weil sie dabei gestalterisch vieles übernehmen durfte, auch, weil viele Kolleginnen und Kollegen dadurch erstmals wahrnahmen, was im Bereich Video und Motion Design intern bereits möglich war. „Das war richtiges Teamwork“, erinnert sie sich und führt fort: „Dieses Projekt zeigte, was man mit unserem Team alles inhouse umsetzen kann.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr dabei die kreative Freiheit, die sie innerhalb des Projekts bekam. „Es hieß einfach: Mach mal, überrasch uns.“

Warum ihre Arbeit über klassisches Motion Design hinausgeht

Auch wenn Lisa offiziell als Motion Designerin arbeitet, beschreibt sie ihren Arbeitsalltag selbst als „bunt gemischt“. Klassische Animationen gehören zwar dazu, bilden aber nicht den gesamten Aufgabenbereich ab. Ein großer Teil ihrer Arbeit dreht sich heute um die kicker-App, Social-Media-Inhalte und die visuelle Weiterentwicklung digitaler Produkte. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen entwickelt sie neue Visuals, gestaltet Features oder arbeitet an Formaten für unterschiedliche Plattformen.

Besonders spannend findet sie dabei Projekte, die vom Nutzer direkt wahrgenommen werden. Dazu gehören etwa sogenannte Event Cards im App Store, die rund um große Sportereignisse zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Der Aufwand dahinter wirkt oft klein, kann aber direkt sichtbare Ergebnisse bringen. „Wenn man merkt, dass etwas funktioniert und Nutzer darauf reagieren, ist das immer ein schöner Moment“, beschreibt sie einen der kleinen Glücksmomente im Job-Alltag. Dabei entstehen viele Ideen inzwischen direkt im Haus. Was früher häufig über Agenturen lief, wird heute intern entwickelt: vom Videoschnitt über Animationen bis hin zu Vertonung und Gestaltung.

Wie aus einem Live-Ticker ein Designprojekt wird

Lisa arbeitet unter anderem an neuen Live-Ticker-Designs, nicht nur für den kicker, sondern auch für die kicker-Sportwelten. Dass dahinter deutlich mehr steckt als nur Farben anzupassen, wurde ihr dabei selbst schnell bewusst. Denn jede Sportart bringt eigene Herausforderungen mit sich. Während Fußball vergleichsweise klar strukturiert ist, entstehen bei Basketball oder Eishockey völlig andere Dynamiken. Mehr Ereignisse, andere Spielabläufe und deutlich größere Datenmengen verändern auch die Anforderungen an die Gestaltung. „Bei Basketball werden viele Punkte erzielt. Da kann ein Live-Ticker schnell extrem voll werden“, erklärt sie, „man muss gut überlegen, wie Informationen trotzdem übersichtlich bleiben.“

Gemeinsam mit Produktverantwortlichen, Entwicklern und Kollegen entstehen Konzepte, die sowohl auf der Website als auch mobil funktionieren müssen. Programme wie Figma, Photoshop sowie After Effects gehören dabei zum Alltag. Besonders wichtig ist ihr der Austausch mit anderen Teams. Denn: Ein gutes Design entsteht ihrer Meinung nach im Dialog.

Warum gutes Design im Sportjournalismus entscheidend ist

Für Lisa endet gutes Design nicht bei einer schönen Grafik. Gerade auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube entscheidet die visuelle Qualität maßgeblich darüber, ob Inhalte überhaupt wahrgenommen werden. Dabei gehe es weniger um Perfektion als um Konsistenz, Wiedererkennbarkeit und Professionalität. „Man merkt sofort, wenn Inhalte nicht wie aus einer Hand wirken“, hält sie fest.  Besonders wichtig seien daher Dinge, die Nutzer oft nur unbewusst wahrnehmen: Farbwelten, Bildsprache, Typografie, saubere Übergänge oder ein klarer visueller Stil.

Gerade bei schnell produzierten Inhalten könne eine fehlende gestalterische Linie schnell unruhig wirken.
Trotzdem sieht Lisa den Konflikt zwischen Geschwindigkeit und Qualität pragmatisch. Im Sportjournalismus müsse vieles schnell gehen, besonders direkt mitten im Spielbetrieb. Doch „Standards braucht es immer“, sonst verliert jede Marke ihren USP, die eigene Markenidentität.

Warum Design heute eng mit Social Media verbunden ist

Der visuelle Anspruch hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Während früher einzelne Grafiken oder Videos im Fokus standen, müssen Inhalte heute auf unterschiedlichsten Plattformen funktionieren, und zwar jeweils anders. „Die Zielgruppen ticken einfach unterschiedlich und ein Swype zum nächsten Social-Account passiert schnell“, sagt Lisa. 

Was auf der Website funktioniert, müsse nicht automatisch auch auf TikTok oder Instagram performen. Aus diesem Grund spielen mittlerweile Themen wie Thumbnail-Gestaltung, mobile Nutzung oder Wiedererkennbarkeit eine viel größere Rolle als noch vor wenigen Jahren. Besonders wichtig sei dabei die Balance zwischen Kreativität und der angesprochenen Markenidentität. Einerseits sollen Inhalte modern und flexibel wirken, andererseits müsse die Marke kicker klar erkennbar bleiben. Deshalb beschreibt Lisa sich und ihre Kollegen manchmal scherzhaft auch als „Designordnungsamt“. Gerade bei vielen Beteiligten müsse regelmäßig darauf geachtet werden, dass Logos, Farben und Gestaltungselemente korrekt eingesetzt werden.

Wie KI ihre Arbeit verändert – „Gutes Handwerk wird man trotzdem weiterhin sehen“

Auch das Thema KI spielt inzwischen eine immer größere Rolle im Design-Alltag. Sie nutzt KI gezielt als Unterstützung, etwa bei der Recherche, Ideenfindung oder konzeptionellen Fragen, gerade bei neuen Projekten könne das enorm helfen. „Früher hätte man dafür mehrere Leute fragen müssen. Heute kann ich mir erstmal verschiedene Perspektiven holen und diese challengen.“ Vor allem bei kreativen Prozessen oder technischen Recherchen spart das Zeit. Trotzdem sieht sie klare Grenzen. Gerade im gestalterischen Bereich brauche es weiterhin Erfahrung, technisches Verständnis und ein Gefühl für Qualität. „Gutes Handwerk wird man trotzdem weiterhin sehen“, stellt Lisa klar. Kritisch beobachtet sie dabei die zunehmende Flut generischer KI-Inhalte auf Social Media. Viele Designs würden sich mittlerweile ähneln und künstlich wirken. Gerade deshalb glaubt sie, dass authentische und professionell gestaltete Inhalte langfristig erfolgreicher sein werden.

Kunden, Katzen und die Sache mit der Gewohnheit

Wer im Design arbeitet, lernt schnell: Gute Gestaltung allein entscheidet nicht automatisch darüber, welcher Entwurf am Ende gewinnt. Denn viele Menschen hängen an dem, was sie gewohnt sind – selbst dann, wenn neue Lösungen objektiv moderner oder funktionaler wären. Lisa beobachtet dieses Verhalten nicht nur im Berufsalltag, sondern sogar zuhause bei ihrem Kater: „Ich habe ihm mal ein richtig hochwertiges Katzenbett gekauft“, erzählt sie lachend. „Das sah super aus, war angeblich ergonomisch perfekt und hat genau zur Einrichtung gepasst. Er hat es komplett ignoriert.“ Stattdessen hat sich der Kater lieber auf ein altes Handtuch gelegt.

Lisa sieht darin überraschend viele Parallelen zu kreativen Prozessen und Markenarbeit. Gerade bei Unternehmen mit langer Geschichte seien Veränderungen oft nicht nur reine Designentscheidungen, sondern auch emotionale Themen. Gewohnheiten, Wiedererkennung und persönliche Bindung spielten dabei eine viel größere Rolle, als viele denken. „Manchmal zeigt man verschiedene Varianten und am Ende gewinnt genau die, die sich für alle am vertrautesten anfühlt“. Daher sieht Lisa ihre Rolle nicht nur in der Gestaltung selbst, sondern auch in der Beratung. Denn modernes Design müsse Marken weiterentwickeln, ohne ihre Identität zu verlieren. Veränderungen sollten nicht nur optisch funktionieren, sondern auch dabei unterstützen, wie Inhalte und Marken langfristig wahrgenommen werden.

Zwischen Reichweite, Markenidentität und echtem Handwerk

Besonders motivierend sind für Lisa oft gar nicht die größten Projekte, sondern die Momente, in denen sichtbar wird, dass eigene Ideen tatsächlich funktionieren. Etwa wenn neue Features gut angenommen werden, ein Re-Design online geht oder Social-Media-Kampagnen Reichweite erzeugen. Auch die Entwicklung der kicker-Kanäle verfolgt sie mit Stolz. Schon früh war sie an großen Social-Media-Grafiken beteiligt – lange bevor einzelne Kanäle Millionenreichweiten erzielten.

„Wenn man sieht, wie stark das alles gewachsen ist und dass man selbst ein Teil davon war, ist das schon cool.“
Für Lisa ist gutes Design weit mehr als reine Optik. Gerade in Zeiten von KI-generierten Inhalten und immer schneller produziertem Content gehe es darum, Professionalität mit Glaubwürdigkeit noch stärker zu vereinen. Der kicker müsse dabei nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern vor allem visuell erkennbar bleiben. Authentischer Content, eine klare gestalterische Linie und hochwertige Umsetzung seien deshalb kein „Nice-to-have“, sondern wichtiger Bestandteil moderner Sportmedien. Oder wie Lisa es selbst beschreibt:

„Professionell heißt nicht, dass alles perfekt sein muss. Aber man sollte sehen, dass dahinter echtes Handwerk steckt.“
 

Tommy Dobs

PR & Communications Manager

tommy.dobs@olympia-verlag.de

Tommy Dobs ist seit über zehn Jahren im Bereich Content Marketing, PR und Blogging aktiv. Für unseren Blog schaut er hinter die Kulissen unserer Sportmedien-Angebote, beleuchtet unsere Projekte und spricht mit den Menschen über ihre Motivation. Eine besondere Leidenschaft ist für ihn Data Storytelling. So bringt er Daten und Zahlen zusammen, um emotionale Geschichten mit detailreichen Fakten zu erzählen.